Phillips vs Pozidriv: Was ist der Unterschied?

Veröffentlicht: 2025-06-19

Bei Befestigungslösungen kann die Wahl zwischen Phillips- und Pozidriv-Schrauben die Effizienz und Effektivität Ihrer Projekte maßgeblich beeinflussen. In diesem Artikel beleuchten wir die Geschichte und die wichtigsten Unterschiede von Phillips- und Pozidriv-Schrauben, um Ihnen die Orientierung im Bereich der Schraubantriebssysteme zu erleichtern.

Phillips hat einen einfachen Kreuzschlitzkopf; Pozidriv hat zusätzliche Kerben – das zeigt die wichtigsten Unterschiede bei Schraubendrehern.

Historische Ursprünge

Die Phillips-Schraube wurde in den 1930er Jahren von Henry F. Phillips erfunden. Sie wurde populär, als Autohersteller nach einer schnelleren Möglichkeit suchten, Fahrzeuge zu montieren, dank der selbstzentrierenden Funktion des Werkzeugs.

Pozidriv-Schrauben wurden in den 1960er Jahren in Europa erfunden. Ihre Konstruktion wurde entwickelt, um höhere Drehmomente aufzunehmen und das Durchdrehen zu reduzieren. Dadurch wurden sie beliebt für anspruchsvolle Arbeiten und besser geeignet für Elektrowerkzeuge.

Anwendungsgebiete von Phillips- und Pozidriv-Schrauben

AnwendungenKreuzschlitzschraubenPozidriv-Schrauben
Allgemeiner HaushaltMöbelmontage, Haushaltsgeräte, leichte BauarbeitenIm allgemeinen Haushaltsgebrauch weniger verbreitet, findet es sich jedoch in einigen Anwendungen für hohe Beanspruchung.
Displays & ElektronikWeit verbreitet in Unterhaltungselektronik wie Computern, Smartphones und Gadgets.Wird in der Elektronik aufgrund der Gefahr des Überdrehens bei Elektrowerkzeugen selten verwendet.
AutomobilindustrieAnwendungen für leichte Beanspruchung, InnenausstattungskomponentenAnwendungen mit hohem Drehmoment, Motorkomponenten, Verwendung von Elektrowerkzeugen
Hochleistungs-KonstruktionLeichte Konstruktion, einfache Holzschrauben, GipskartonschraubenKonstruktionsholzkonstruktionen, Terrassenbeläge, Anwendungen für hohe Beanspruchung
Industrie und MaschinenBegrenzte Verwendung in der Montage von LeichtmaschinenMaschinenmontage, Industrieanlagen, Hochpräzisionsanwendungen
ElektroinstallationenÜblich bei leichten Elektroarbeiten wie z. B. LichtschalterabdeckungenBevorzugt für sichere Verbindungen in anspruchsvollen elektrischen Installationen

Phillips vs. Pozidriv: Was ist der Unterschied?

Auf einer weißen Oberfläche verstreute Phillips-Metallschrauben verdeutlichen die Unterschiede zu Pozidriv-Schrauben.

Konstruktionsmerkmale

Phillips- und Pozidriv-Schraubenköpfe sehen zwar ähnlich aus, aber ihre unterschiedlichen Konstruktionsmerkmale beeinflussen, wie gut der Schraubendreher greift und wie viel Kraft Sie aufwenden können. Diese Merkmale helfen Ihnen, das richtige Werkzeug für eine Reparatur auszuwählen, beschädigte Schrauben zu vermeiden und das korrekte Drehmoment zu erreichen.

  • Kopfform

Die Form des Schraubenkopfes ist der entscheidende Unterschied zwischen den beiden. 

Phillips-Schraubendreher haben eine einfache Kreuzform, die leicht abgerundet ist und sich verjüngt, damit der Schraubendreher bei zu starker Krafteinwirkung herausrutschen kann. 

Pozidriv-Schraubenköpfe haben ein Kreuzschlitzprofil wie Phillips-Schrauben, weisen aber zusätzliche Linien oder Kerben zwischen den Hauptschlitzen auf. Der Schraubenkopf einer Pozidriv-Schraube ist zudem flacher statt abgerundet, und die Schlitze sind tiefer und gerader.

Bei genauer Betrachtung ergibt sich folgende Kurzanleitung:

MerkmalPhillipsPozidriv
Kerben/LinienKeine zusätzlichen ZeilenVier zusätzliche Kerben
KreuzungrundFlacher, tiefer
Cam-OutgemeinsamSeltener
  • Unterschiede bei der Fahrtpause

Der Hauptunterschied bei der Aussparung bzw. dem Antrieb besteht darin, wie Ihr Schraubendreher in den Schlitz passt.

Phillips-Schrauben haben schräge Wände in der Vertiefung. Dadurch drückt die Schraubendreherspitze bei starkem Druck heraus – ein sogenannter Cam-Out –, was die Schraube vor Überdrehen schützt, aber bei zu viel Kraftaufwand zum Durchdrehen des Gewindes führen kann. 

Pozidriv-Schrauben haben gerade, parallele Seiten in der Vertiefung, wodurch der Schraubendreher fest sitzt. Dies sorgt für besseren Halt und ermöglicht höheres Drehmoment ohne Abrutschen, sodass Schrauben sicherer und fester angezogen werden können.

Leistungsvergleich

Bei der Wahl zwischen Phillips- und Pozidriv-Schrauben sollten Sie darauf achten, wie gut die jeweilige Schraubenart unter Druck hält und wie leicht der Schraubendreher abrutscht. Kleine Unterschiede im Design können die gesamte Benutzererfahrung beeinflussen, insbesondere bei Elektrowerkzeugen.

  • Cam-Out-Widerstand

Ein Cam-out tritt auf, wenn der Schraubendreher beim Drehen aus dem Schraubenkopf rutscht.

Das kommt bei Kreuzschlitzschrauben recht häufig vor, da diese eine charakteristische Schräge aufweisen. Diese Schräge wurde bewusst angebracht, um zu verhindern, dass Werkzeuge brechen, indem der Schraubendreher abrutscht, bevor die Schraube oder das Werkzeug abbricht.

Pozidriv-Schrauben hingegen weisen ein modifiziertes Kreuzmuster mit zusätzlichen Nuten zwischen den Hauptschlitzen auf. Diese zusätzlichen Nuten verbessern den Halt des Schraubendrehers und verringern das Abrutschen.

  • Drehmomenthandhabung

Beim Drehmoment geht es darum, wie viel Drehkraft man auf eine Schraube ausüben kann, bevor etwas nachgibt. 

Bei Kreuzschlitzschrauben darf man nicht zu viel Kraft anwenden; aufgrund ihrer Bauart rutscht der Schraubendreher leicht ab, wenn man zu fest dreht. Deshalb kann man den Schraubenkopf leicht beschädigen oder Zeit mit dem Neupositionieren des Werkzeugs verschwenden.

Pozidriv-Schrauben sind hier im Vorteil. Dank ihrer verbesserten Konstruktion lässt sich ein höheres Drehmoment anwenden, ohne dass der Schraubendreher abrutscht. Dadurch kann die Schraube sicherer angezogen werden. 

Wenn es bei Ihrer Arbeit auf präzises Drehmoment und geringere Beschädigung ankommt, sind Pozidriv-Schrauben in diesen Bereichen in der Regel besser als Phillips-Schrauben. 

Häufige zu vermeidende Fehler

Auf einer weißen Oberfläche verstreut liegen silberne Phillips-Schrauben, die Unterschiede zu Pozidriv-Schraubendrehern aufzeigen.

Viele verwechseln Kreuzschlitz- und Pozidriv-Schraubendreher, weil die Spitzen ähnlich aussehen. Greift man versehentlich zum falschen Werkzeug, kann das die Arbeit erschweren und den Schraubenkopf beschädigen.

Versuchen Sie nicht, einen Kreuzschlitzschraubendreher mit Gewalt in eine Pozidriv-Schraube zu drehen. Er passt nicht richtig, und der Schraubenkopf kann leicht beschädigt werden. Es mag zunächst in Ordnung erscheinen, weil sich der Schraubendreher drehen lässt, aber Sie riskieren, abzurutschen und die Schraube zu zerstören. 

Vermeiden Sie zu festes Anziehen. Beide Schraubentypen sind so konstruiert, dass sie bei zu starker Krafteinwirkung herausrutschen („Cam“), insbesondere Phillips-Schrauben. Zu festes Anziehen kann dazu führen, dass die Spitze abrutscht oder die Schlitze abgerundet werden.

Beachten Sie die Markierungen. Pozidriv-Schrauben weisen oft zusätzliche Striche zwischen den Kreuzschenkeln auf. Nutzen Sie diese als visuelles Hilfsmittel, um das richtige Werkzeug auszuwählen.

Hier ist eine kurze Vergleichstabelle:

FehlerWas geschieht
Verwendung von Phillips auf PozidrivAbgenutzte oder beschädigte Schraube
Verwendung von Pozidriv auf PhilipsSchlechte Passform, weniger Kontrolle
Das Werkzeug rutscht abWerkzeug defekt, Schraube beschädigt

Im Zweifelsfall den Schraubenkopf noch einmal überprüfen. Mit dem richtigen Werkzeug sparen Sie Zeit und erzielen saubere Ergebnisse.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen den Schraubentypen PZ2 und PH2?

PZ2 steht für Pozidriv Größe 2 und PH2 für Phillips Größe 2. Sie sehen ähnlich aus, aber PZ2 hat zusätzliche Linien zwischen den vier Hauptschlitzen, was für besseren Halt und weniger Abrutschen sorgt. PH2 findet man üblicherweise bei Standard-Phillips-Schrauben und PZ2 bei Pozidriv-Schrauben, insbesondere bei europäischen Produkten.

Kann ich einen Pozidriv-Schraubendreher für Kreuzschlitzschrauben verwenden, ohne sie zu beschädigen?

Das sollten Sie nicht tun. Ein Pozidriv-Schraubendreher passt nicht so gut auf eine Kreuzschlitzschraube wie ein herkömmlicher Kreuzschlitzschraubendreher. Er kann das Gewinde beschädigen oder Ihr Werkzeug verdrehen. Umgekehrt gilt dasselbe: Die Verwendung eines Kreuzschlitzschraubendrehers auf einer Pozidriv-Schraube kann zum Abrutschen (sogenanntes „Cam-Out“) führen und den Schraubenkopf beschädigen. 

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